Impuls für die Woche 06.07.2022

Neulich waren wir zu viert essen. Die Speisekarte des mir bekannten Restaurants stellt mich erneut vor die Frage: Pizza oder Rinderfilet. Bei meinem Verweis auf den Preis des Rinderfilets sagte meine Partnerin: Gönn dir halt mal was.

Sie hat gemerkt, dass ich nur aufgrund des Preises das Rinderfilet ausschlagen wollte. Zugegebenermaßen hatte ich lange keines mehr gegessen und schon Lust darauf. Davon abgesehen hat ihr „Gönn dir halt mal was“ etwas ganz anderes in mir zum klingen gebracht.

Es war die Frage, was ich bereit bin, zuzulassen in meinem Leben. Ein paar Tage vorher saß ich in einer Gremiensitzung und habe in der Blitzlichtrunde gesagt: „Wir haben nur das eine Leben. Ich will es mit mehr als viel Arbeit verbringen.“ Gleichzeitig sagte jemand in der Runde das gleiche. Er hatte vor längerem einen Schlaganfall erlitten, mit Ende 50. Seither raucht er nicht mehr und lebt bewusster.

Für mich ist weniger wichtig, ob ich gesund, vegan oder sonst wie bewusst esse. Mir ist wichtig, dass ich mein Leben mir angemessen genießen will.

Deshalb habe ich spontan vor zwei Tagen Karten für das Konzert von Chris de Burgh in München im Circus Krone gekauft. Ich war noch nie im Circus Krone in München, ich mag Chris des Burgh und es gab noch ein paar Karten. Ja, ich werde mitten in der Nacht nach Hause kommen, ich werde eine kurze Nacht haben, doch das ist es mir wert.

Das Leben genießen – mir und meinen Möglichkeiten angemessen…das hat mit Achtsamkeit zu tun. In der Bibel geht es bereits am Anfang um Achtsamkeit. Sechs Tage hat Gott die Welt geschaffen, am siebten Tag hat er geruht. Es ist der Menschheit anscheinend von Anbeginn an wichtig, den Gedanken der Pause, der Ruhe ins Gedächtnis zu rufen. Gott sorgt für sich. Achtsamkeit so verstanden ist ein offener Blick für sich selbst und andere und für die Schönheit der Natur, des Lebens. Und wenn Achtsamkeit dann dazu führt, dass ich barmherzig bin mit mir und anderen, dann ist es richtig gut. Aufmerksam leben, die Natur wertschätzen, sich selbst stärken und anderen beistehen – so hat Achtsamkeit ihren Sinn.

Gönn dir doch mal was…diese Worte haben genau im rechten Moment das rechte in mir ausgelöst. Das hieß am Ende nichts anderes wie: achte auf dich, sei gut zu dir. Wenn du jetzt das Filet willst, was spricht dagegen? Wenn du ins Konzert gehen willst, es dir leisten kannst, dir die Zeit dafür geben kannst, was spricht dagegen? Es sind die Momente, die zählen. Das Glas Wein am Abend, ein paar Minuten gute Musik oder Ruhe auf dem Balkon bei Kerzenschein, den Vögeln lauschen, oder ein gutes Buch, die Lieblingsserie, es gibt so viele Möglichkeiten, das Leben zu genießen.

Ich will es machen, wie Werner Schmidtbauer singt: Momente sammeln. Denn wenn du den Moment gfunden hast, ist er vorbei.

Und ehe du dich versiehst, ist das Leben vorbei und du hast es mir allerlei Nebensächlichkeiten verplempert und die schönen Dinge des Lebens hast du dir versagt. Das ist wenig achtsam. Mach es anders.

Für diese Woche wünsche ich euch: habts Zuversicht und bleibts gsund, nur diese Woche. Für die kommende sorgen wir später.

Impuls für die Woche 29.06.2022

Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie doch.

Vor ein paar Wochen durfte ich einen ganz besonderen Menschen kennenlernen. Ich nenne sie hier heute mal Jenny. Jenny ist 5 Jahre alt. Die meisten von uns würden sagen, sie ist behindert. Ihre Mutter sagt: sie ist ein besonderes Kind, ein Kind mit Einschränkungen. Denn Jenny hat eine Hirnanlagestörung, das heißt, dass bestimmte Bereiche Ihres Gehirns unterentwickelt sind. Sie wurden genetisch einfach vergessen. Eine Laune der Natur, die die aufgeklärten und schlauen Wissenschaftler vor Rätsel stellt. Niemand weiß, wo der Defekt herkommt. Niemand hätte ihn durch eine genetische Untersuchung im Mutterleib feststellen können. Niemand hätte ihn verhindern können. Gott sei Dank.

Jenny spricht nicht, jedenfalls nicht so wie du und ich, sie kann kaum essen, weil die Kaubewegungen nicht so richtig funktionieren und sie läuft für ihre 5 Jahre einfach schlecht oder sagen wir besser: altersunangemessen. Warum? Weil alle gedacht haben, das mit den Augen wächst sich noch aus und niemand die Notwendigkeit sah, dass man da mal genauer hinschauen müsste. Heute hat sie eine Brille und schon funktioniert es mit dem Laufen. Sie hat bei 7 Dioptrin schlicht kaum etwas sehen können. Da würde ich mir mit Laufen auch schwer tun.

Natürlich bekommt Jenny alle möglichen Therapien. Denn sie soll ja vielleicht irgendwann mal halbwegs normal sein. Und da steht dieses Mädchen vor mir, schaut mich an und lächelt. Dann geht sie zu ihrer Abendroutine über. Sie bekommt ihre Sondennahrung, dabei läuft auf dem PC der kleine Maulwurf. Ich kann sehen und hören wie sie sich freut, wie sie mitgeht. Denn sie ist ein ganz normaler Mensch, mit Gefühlen, mit Bedürfnissen. Sie teilt sich mit, wenn sie sich freut und wenn sie sich ärgert. Wenn sie traurig ist oder müde, dann hängt der Kopf. Wenn sie sich freut, strahlen ihre Augen und ihr Mund. Sie reibt sich die Hände vor Freude. Da sitzen wir also auf dem Bett zusammen und schauen den kleinen Maulwurf. Und plötzlich neigt sie sich zur Seite und lehnt ihren Kopf an mich. Sie kannte mich keine 10 Minuten. Und doch hat sie mir auf ihre Weise bedeutet, dass sie sich freut, dass ich da bin.

Jenny ist ein ganz wertvoller Mensch. Sie ist ehrlich, wie ich keinen zweiten Menschen kenne. Ungebremst zeigt sie einem die Sympathie. Allerdings zeigt sie genauso ungebremst die Antipathie. Diplomatie fehlt in ihrem Werkzeugkasten. Und das ist gut so. Für sie zählt der Moment. Jetzt freue ich mich. Jetzt bin ich traurig, jetzt bin ich ärgerlich. 10 Minuten später ist der Ärger verflogen. Nachtragend sein fehlt ebenso in ihrem Werkzeugkasten. Jenny gibt zurück, was man ihr entgegenbringt an Schwingungen, an Emotionen.

Jenny ist ein ganz wertvoller Mensch. Sie ist keine Laune der Natur, sie ist ein von Gott geschaffenes Wesen. Natürlich stellen wir die Frage: warum musste sie so werden? Warum durfte sie nicht normal werden. Für Jenny stellt sich diese Frage nicht. Sie kennt ihr Leben nur so, wie es ist. Und da hat sie ihr Umfeld. Sie braucht Sicherheit in Beziehungen und bekommt sie durch Mutter und Bruder, durch die Kameradinnen und Kameraden im Kindergarten, durch ihre Bezugspersonen. Für sie zählt der Moment. Das hier und jetzt. Sie hat mich in kurzer Zeit zwei Dinge gelehrt bzw. mir ganz neu gezeigt:

Entscheidend ist das Hier und Jetzt, das heute. Was morgen ist, hat seinen Raum im morgigen Hier und jetzt. Sich darüber heute schon Gedanken zu machen ist sinnlos. Und das zweite: sei ehrlich zu deinen Mitmenschen und zu dir selbst. Hör auf dir und anderen etwas vorzumachen.

Wir sind alle Geschöpfe Gottes und wir sind alle Menschen mit Einschränkungen. Denn niemand von uns kann alles.

Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Diese Sorglosigkeit und Demut wünsche ich uns allen. Für heute wünsche ich euch, habts Zuversicht und bleibsts gsund, nur diese Woche. Für die kommende sorgen wir später.

Impuls für die Woche 22.06.2022

Letzte Woche war ich nach über 30 Jahren mal wieder im Allgäu im Urlaub. Natürlich wollte ich in die Berge. Es ist einfach eine faszinierende Welt, wenn man mit der Gondel den Boden verlässt und hinauffährt in die Bergwelt.

Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien, es war warm. Es war ein erhebendes Gefühl nach so langer Zeit wieder die besondere Atmosphäre der Bergwelt zu spüren, die Luft zu atmen, die Kuhglocken zu hören, die Kühe zu sehen, die nahe an einem vorbei laufen. Auch die Menschen sind dort oben irgendwie entspannter als unten. Man bekommt schnell Kontakt zu denen, die sich ebenfalls den Berg hinauf mühen. Man kommt miteinander ins Gespräch, lacht zusammen, sieht die verzweifelte Anstrengung in den Augen der anderen. Da sagt jemand auf einmal: komm wir nehmen dich mit, dann läuft es sich leichter. Oben dann sitzt man zusammen und trinkt gemeinsam ein kühles Getränk. Dass man sich nicht kennt interessiert nicht. Wir haben alle etwas geschafft, wir haben den Gipfel erklommen und das Gipfelkreuz vor Augen gehabt.

Ja die Berge haben ihre eigenen Gesetze. Und sie sind faszinierende und hervorragende Therapeuten. Denn sie haben mir einmal mehr etwas wichtiges vor Augen gestellt, das auch für mein Leben im Alltag gilt. Es ist mein Weg, den ich gehe und gehen muss. Nach meinem Tempo. Schritt für Schritt. Beim Weg auf den Gipfel zählt nur der nächste Schritt. Wenn ich zwei Schritte auf einmal nehmen will, dann geht mir schnell der Atem aus. Wenn ich gleich nach der nächsten Kurve strebe, dann geht mir der Atem aus. Nein, Schritt für Schritt. Nur der nächste Schritt zählt.

Das habe ich dort oben wieder sehr schnell verstanden.

Das zweite: es ist dein Tempo, das zählt. Nicht das, in dem andere den Berg hochgehen. Nein, dein eigenes Tempo gilt es zu finden. Das Tempo, in dem du dein Ziel gut erreichen kannst.

Außerdem braucht es Geduld. Wenn du dich doch verführen lässt, schneller zu gehen, den Tempo zu verlassen, dann kommst du schnell außer Atem.

Am Anfang hatte ich noch Mühe. Ich wollte zu schnell zu viel. Doch mit der Zeit habe ich mein Tempo gefunden. Ich bin den Weg in meinem Tempo gegangen, immer nur den nächsten Schritt vor Augen. Denn ich hatte ein Ziel: das Gipfelkreuz. Und ich habe es erreicht. Ein erhebendes Gefühl. Das Getränk hat dann auch sehr gut geschmeckt.

Diese Erfahrung habe ich vom Berg mit ins Tal genommen. Schritt für Schritt, nach meinem Tempo. Nicht nach dem Tempo der anderen, denen es vlt. Zu langsam geht. Daran will ich mich erinnern, daran will ich denken, wenn ich mal wieder in die Versuchung gerate, ein zu hohes Tempo anzuschlagen.

Ich hebe meine Augen auf den zu Bergen, woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Dieser Vers war mir auf dem Breitenberg in Pfronten sehr deutlich vor Augen. Und er hat mich Schritt für Schritt nach oben getragen.

Für die kommende Woche wünsche ich euch: habt´s Zuversicht und bleibts gsund, nur diese Woche. Für die kommende sorgen wir später.

Impuls für die Woche 01.06.2022

Wes des Herz voll ist, des quillt der Mund über. Das ist eines der Sprichwort, die in unserem Sprachgebrauch gängig sind, das aus der Bibel stammt. Es steht im Lukasevangelium. Es bedeutet, dass man begeistert von dem erzählt, was man intensiv erlebt hat. Die Geburt eines Kinders, der Beginn einer Partnerschaft, ein neuer Arbeitsplatz, ein besonders intensives Erlebnis oder ein wundervoller Urlaub. Jesus kritisiert mit diesem Ausspruch und dem folgenden Vers die Menschen, die aus böser Absicht etwas sagen, denn „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Worte haben Macht. Mit Worten können wir viel bewirken, Gutes wie Böses. Hooligans und Ultras schreien ihren Frust in Fußballstadien hinaus und stiften sich selbst und andere zu Gewaltexzessen an. Rechtsradikale sind erfüllt von menschenverachtendem Hass und skandieren auf Straßen ihre Totschlagsparolen – wen wundert es, dass Morde an Ausländern die Folge sind? In der Politik sorgen Worte auch für die entsprechende Atmosphäre. Entweder artikuliere ich die Politik der harten Hand, wie auch in der Ukraine-Krise oder ich kann Mut machen. Aber auch die anderen Worte gibt es – die verzweifelten Schreie der Menschen auf den Straßen von Homs und Damaskus oder von Mariupol, deren Herz erfüllt ist von der Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit. All diese Worte – die guten wie die bösen – zeigen an, wovon das Herz jener überfließt, die diese Worte reden. All diese Worte sind Botschaften von Hass und Liebe, von Leid und Glück, von Besessenheit und Glauben. Sie künden von dem, woran Menschen ihr Herz hängen.

Das waren nur negative Beispiele. Doch es gibt auch das Gegenteil: die Begeisterung in den Anfeuerungsrufen der Fußballfans, das Liebespaar, das sich den ganzen Tag liebevolle Nachrichten mit den immer gleichen Worten schreibt, der Trost einer Mutter für das kranke Kind, oder sie ungesagten Worte, die durch Blicke mitgeteilt werden.

Wes des Herz voll ist, des quillt der Mund über. Worte sind wie Schlüssel: Sie können in die Freiheit führen. Und sie sollten es viel öfter. Denn so können Sie Wohlfühlräume eröffnen, in der Freiheit und Liebe die Atmosphäre bestimmen. Das Kind darf sich so entwickeln, wie es nunmal ist. Die Jugendliche darf für sich zu der Erkenntnis kommen, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Das Ehepaar darf für dich zu dem Entschluss kommen, dass ein gemeines Leben keine Zukunft mehr hat. Der Sterbene darf zu dem Entschluss kommen, dass er das Leiden lange genug ausgehalten hat und einfach sterben möchte. Und er darf dann seinem Leben selbst ein Ende setzen.

Würden Worte Wohlfühlräume eröffnen, die Welt wäre mit einem Mal ein anderer Ort. Dafür braucht es keine 100 Mrd für die Bundeswehr, keine Panzerabwehrraketen, keine Kriege, keine Waffengewalt. Es braucht nur eines: liebevolle Wort.

In der Bibel finden wir genug davon. Eines gebe ich euch heute mit. Es ist einer der bedeutendsten Verse der Bibel aus einem der bekanntesten Psalmen. Er ist so einfach wie wirkungsvoll: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Für diese Woche wünsche ich euch: habts Zuversicht und bleibts gsund. Nur diese Woche. Für die kommende sorgen wir später.

Ist unter euch ein Vater, der seinem Kind eine Schlange geben würde, wenn es ihn um einen Fisch bittet?

Dieser Vers aus dem Predigttext dieser Woche macht mir regelmäßig schlechte Gefühle. Denn innerlich denke ich jedesmal: da kenn ich genug. „Laut Polizeilicher Kriminalstatistik gab es 2019 etwas mehr als 4.000 Fälle von Kindesmisshandlung – ähnlich viel wie im Vorjahr. Vermehrt kam es jedoch zu sexueller Gewalt an Kindern. Hier verzeichnet die Statistik knapp 16.000 Fälle und damit über 1.300 mehr als 2018. Noch stärker angestiegen sind die Fälle von Kinderpornografie: Die Zahl der polizeilich erfassten Delikte in diesem Bereich erhöhte sich um etwa 65 Prozent auf mehr als 12.200.“

Was läuft da schief? Auch in Partnerschaften kommt es zu Gewalt mit Verletzungen. Dabei lässt man von Kindern die Finger ebenso, wie Gewalt in oder am Ende oder nach einer Partnerschaft tabu sind.

In dem Text aus dem dieser Vers stammt geht es ums Beten. Jesus sagt darin: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“

Und auch hier ertappe ich mich oft bei dem Gedanken: stimmt doch gar nicht. Wie oft beten wir um Frieden und es kehrt keiner ein. Wie viele Menschen sterben viel zu früh, obwohl wir für sie gebetet haben?

Sagt Jesus also die Unwahrheit? Nein. Es liegt an meinem Verständnis vom Beten. Das Gebet ist kein Wunschkonzert. Das Gebet ist ein Gespräch mit Gott. Auch meinem Partner, meiner Partnerin sage ich Dinge, wir reden über Dinge mit unseren Partnern. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass auch eintritt, was wir als Wunsch äußern. Gebet ist kein Monolog. Es ist mehr als nur reden. Es ist ein – wenn man so will: multimediales – Zwiegespräch, das unser ganzes Leben in Anspruch nimmt – in das wir uns selbst mit allem, was wir sind und erfahren, einbringen dürfen. Von ihm dürfen alles erhoffen! Es lässt alles, wie es ist, aber es ändert den Menschen, der es spricht, denkt, fühlt, tut. Wer betet, der/die bittet, klopft und sucht. Nicht nur bei Gott, sondern auch in der Familie, bei den Nachbarn, den Nächsten – und zuerst und zuletzt bei sich selbst. Ich bin fest davon überzeugt, dass, wer so betet, beschenkt werden wird. Jesus nennt dieses Geschenk den Heiligen Geist. Er ist Gottes gute Gabe, die tröstet, ermutigt, beruhigt, belebt, befreit. Und die macht uns nicht zu wunschlos glücklichen Marionetten und stempelt Gott nicht zu einem Automaten, wo unten das rauskommt, was ich oben gedrückt habe. Dieser Geist befähigt uns, den Herausforderungen des Lebens mit der Hoffnung zu begegnen, dass nichts festgefahren sein muss und eine andere, eine bessere Zukunft möglich ist. Darin liegt die ganze Kraft des Gebets. Mehr haben wir nicht nötig. Und Gott auch nicht! Und genau darum lehrt uns Jesu sein Vaterunser. Wenn wir Worte verlieren wollen, dann diese. Alle anderen sind Beiwerk, Zugabe. Nicht verkehrt, aber eben mehr an uns selbst als an Gott gerichtet. Durch das Gebet sortieren wir uns, kommen bei uns an, fassen klare Gedanken, schöpfen Kraft und beziehen Gott in unser Denken ein.

Deshalb ist das Gebet unersetzlich. Um unseretwillen.

Für diese Woche wünsche ich euch: habt’s Zuversicht und bleibt`s gsund, nur diese Woche. Für die kommende sorgen wir später.